Freitag, 19. Mai 2006
Das Schweigen im Walde
Grosse Reden schwingen ist ihre Sache nicht. Konversation machen auch nicht. Dieses Klischee über die Finnen ist bekannt, dennoch hat mich der Anblick des schweigsamen, grübelnden Teilnehmers einer europäischen Tagung seinerzeit so sehr beunruhigt, dass ich mich aufgefordert fühlte, dem Finnen in den Pausen wohlmeinende Gesprächsangebote zu machen. Die parierte er gekonnt einsilbig. Funkstille.
Beim Weg zum Restaurantbesuch, am Rhein entlang, nächster Versuch, dabei mit Blick auf das noch düsterer werdende Mienenspiel vorbeugend den kurzen Weg zwischen dem Finnen und dem tödlichen Strom blockiert. Sicherheitshalber. Man weiss ja nie.
Beim Essen, nicht locker lassend, den Platz neben ihm gesichert und dann, in den nicht durch Essen legitimierten Sprechpausen, alle Register gezogen: Fussball, Autos, Film, Literatur, Musik... Reisen...und... und...das letzte Mittel: Politik. Nichts!
Mit einem Glas Roten wurde meine Kapitulation begossen und das langsame Abgleiten ins Selbstgespräch beschleunigt. Als ich in weiss Gott was für einer Assoziationskette auf meine Forstrechte in den Wäldern des Fürsten zur Tralala zu sprechen kam passierte das unfassbare: Die nächsten eineinhalb Stunden gehörten dem Finnen. Ohne Punkt und Komma redete er, der auch Waldgrundstücke besaß, nun auf mich ein. Mit der Emphase eines cholerischen Süditalieners fabuliere er drauflos. Und seit dem weiss ich einfach alles über finnisches Forstrecht, Festmeterpreise wie sie die Papierindustrie zahlt, die typischen Baumkrankheiten nördlich des Polarkreises und einzigartige Tricks gegen ungebetenen Besuch von Bären. Ein seltsames Völkchen.

Finnen sind verrückt nach Tango und dem Eurovision Song Contest. Das sollte man halt auch wissen. Verstehen muss man es nicht.
Tagged: Finnland, Schweigen, Eurovision, Songcontest, Wald
Beim Weg zum Restaurantbesuch, am Rhein entlang, nächster Versuch, dabei mit Blick auf das noch düsterer werdende Mienenspiel vorbeugend den kurzen Weg zwischen dem Finnen und dem tödlichen Strom blockiert. Sicherheitshalber. Man weiss ja nie.
Beim Essen, nicht locker lassend, den Platz neben ihm gesichert und dann, in den nicht durch Essen legitimierten Sprechpausen, alle Register gezogen: Fussball, Autos, Film, Literatur, Musik... Reisen...und... und...das letzte Mittel: Politik. Nichts!
Mit einem Glas Roten wurde meine Kapitulation begossen und das langsame Abgleiten ins Selbstgespräch beschleunigt. Als ich in weiss Gott was für einer Assoziationskette auf meine Forstrechte in den Wäldern des Fürsten zur Tralala zu sprechen kam passierte das unfassbare: Die nächsten eineinhalb Stunden gehörten dem Finnen. Ohne Punkt und Komma redete er, der auch Waldgrundstücke besaß, nun auf mich ein. Mit der Emphase eines cholerischen Süditalieners fabuliere er drauflos. Und seit dem weiss ich einfach alles über finnisches Forstrecht, Festmeterpreise wie sie die Papierindustrie zahlt, die typischen Baumkrankheiten nördlich des Polarkreises und einzigartige Tricks gegen ungebetenen Besuch von Bären. Ein seltsames Völkchen.

Finnen sind verrückt nach Tango und dem Eurovision Song Contest. Das sollte man halt auch wissen. Verstehen muss man es nicht.
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