Montag, 8. Mai 2006
Neoliberales Biedermeier: Künstlerleben und Lebenskünstler heute
Künstler sind ausgewiesene Experten der Selbstbeschäftigung. Und notwendigerweise darin, ein Leben in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu organisieren. Das nimmt Michael Rutschky zum Anlass, in einem Essay im Deutschlandfunk, das Leben der Boheme als Existenzform zubetrachten, die sich in den Beschäftigungsbedingungen heutiger Tage wiederfindet. Freelancer, die freien "Webdesigner" allen voran, sind eine zeitgenössiche Erweiterung des gleichen Themas: die elektronische Boheme.

Nachtrag

Höre auch: Adrienne Goehler im Kulturinterview (Deutschandfunk), die in diesem Sinne den Avantgarde-Mythos wiederkäut: "Mehr Macht den Kreativen" (Denn produziert wird jetzt im Osten...).

In der aktuellen Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK), "Sexy Mythos. Selbst- und Fremdbilder von Künstler/innen" werden die gesellschaftlich konstruierten Bilder vom Künstler bzw. vom Künstlersein verhandelt und zerpflückt. Und lächerlich gemacht. Gar nicht komisch die Arbeit der Estin Kai Kaljo "The More I Work, the Poorer I Am".

Arbeit macht arm. Künstler sein muss man sich leisten können. Nur "Aquarelle werden gern gekauft". Jedenfalls im Marienhof...



annette hollywood: anette hollywood starring Regina Zirkowski, in: Sexy Mythos (NGBK, Berlin)

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