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Freitag, 5. Mai 2006
Es kann nur einen geben! Macbeth in Berlin
Mit Abstand besehen ist Jürgen Goschs Düsseldorfer Macbeth-Inszenierung, die heute und morgen auf dem diesjährigen Berliner Theatertreffen gastiert, die wahrscheinlich werktreueste Aufführung des elisabethanischen Dramas, die es je auf einer deutschen Bühne zu sehen gab. Es ist ein genialer Witz, dass sie genau denen als Feindbild dient, die neuerdings meinen mehr "Werktreue" von Regisseuren einfordern zu müssen. Goschs Antwort auf diese Debatte ist eine nur "unverschämt gut" zu nennende Inszenierung, die nicht nur unbändige Lust auf Theater macht sondern dessen Kritiker auf ihr intellektuelles Provinz-Format schrumpfen lässt. Unverschämt gut, besser noch: rotzfrech und bis zur Dreistigkeit genial. (Und Lichtjahre entfernt von den actes gratuite der Volxbühnen.)
Die Besucher werden heute und morgen eine Aufführung sehen, die sie fast unweigerlich zum stehenden Applaus zwingt. Das mag daran liegen, dass die Schauspieler spielen, als ginge es um ihr Leben. Volles Risiko, jeden Instinkt mobilisieren, keine Gefangenen. Als müssten sie sich nicht nur in einem Königsdrama bewähren sondern als läge es allein an ihnen zu beweisen, dass man die Wucht eines Shakespearschen Textes auch heute noch mit ausschließlich theatralischen Mitteln auf der Bühne lebendig machen kann.
Das Ergebnis ist (alb-)traumhaft schönes Theater mit Bildern, die ganz buchstäblich "unter die Haut" gehen. Bilder, die alles noch so schockende Videogeflimmer verblassen lassen. Der Wink der zerissenen Leinwand im stilisierten Proberaum ist eigentlich überflüssig. Es ist offensichtlich: Theaterbühne vs. Bildmedien 1:0. Es kann nur einen geben!
Für mich eine Premiere: Zum ersten mal ohne zu zögern stehend applaudiert. Zum ersten Mal eine Inszenierung mehrfach angesehen. Zur Nachahmung empfohlen!
Die Besucher werden heute und morgen eine Aufführung sehen, die sie fast unweigerlich zum stehenden Applaus zwingt. Das mag daran liegen, dass die Schauspieler spielen, als ginge es um ihr Leben. Volles Risiko, jeden Instinkt mobilisieren, keine Gefangenen. Als müssten sie sich nicht nur in einem Königsdrama bewähren sondern als läge es allein an ihnen zu beweisen, dass man die Wucht eines Shakespearschen Textes auch heute noch mit ausschließlich theatralischen Mitteln auf der Bühne lebendig machen kann.
Das Ergebnis ist (alb-)traumhaft schönes Theater mit Bildern, die ganz buchstäblich "unter die Haut" gehen. Bilder, die alles noch so schockende Videogeflimmer verblassen lassen. Der Wink der zerissenen Leinwand im stilisierten Proberaum ist eigentlich überflüssig. Es ist offensichtlich: Theaterbühne vs. Bildmedien 1:0. Es kann nur einen geben!
Für mich eine Premiere: Zum ersten mal ohne zu zögern stehend applaudiert. Zum ersten Mal eine Inszenierung mehrfach angesehen. Zur Nachahmung empfohlen!
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